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Sie sind hier:  Kühlungsborn - Sehenswürdigkeiten - Der Grenzturm in der Nähe der Seebrücke Kühlungsborn d. 30.07.2010 

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Der Grenzturm in der Nähe der Seebrücke

Wie vergessen steht er da: einer der drei letzten von einst 70 DDR-Grenztürmen entlang der Ostseeküste.
Zwischen Ostseeallee und Promenade, wenige Meter von der Seebrücke entfernt, befindet er sich im touristischen Zentrum von Kühlungsborn. Während der graue Zweckbau das Interesse vieler vorbeigehender Urlauber weckt, haben sich 15 Kühlungsborner den Geschicken des historischen Gebäudes angenommen. Vor zweieinhalb Jahren gründeten sie den Verein Grenzturm Kühlungsborn. Seitdem ist der Turm zu Anlässen, wie jüngst zum Tag des offenen Denkmals, für die Öffentlichkeit zugänglich. Elf Meter gilt es auf einer Stahlleiter zurückzulegen, um von der Kanzel herab den Blick über das Ostseebad genießen zu können. Doch nicht nur der schönen Aussicht wegen, engagieren sich die Vereinsmitglieder für den Erhalt der insgesamt 13 Meter hohen Konstruktion. „Wir wollen nüchtern und sachlich zeigen, was damals um diesen Turm herum geschehen ist“, sagt Vereinsmitglied Knut Wiek. Geschichten und Tragödien, die sich an jenem Abschnitt der Grenze ereigneten lagern bereits im Vereinsarchiv. Wertungsfrei sollen sie erzählt werden.

Zwei Brüder, die mit einer Art U-Boot die Flucht versuchten, oder ein Familienvater, der sich mit seiner heimlichen Geliebten via Schlauchboot auf das Meer begab, gehören dabei wohl zu den Spektakulärsten. Um das Thema anschaulich zu vermitteln, sind der Nachbau eines Fluchtfahrzeuges vor dem Turm, sowie eine Multimedia-Projektion im Erdgeschoss geplant. Doch nicht nur waghalsige Fluchtversuche sollen Gegenstand der Dokumentation sein. Den Ereignissen aus Sicht der Grenz-Soldaten wird einer der geplanten Informationsstände um den Turm gewidmet sein. Neben politischen Hintergründen, soll auch geschildert werden, wie sich die Grenze auf den Alltag der Kühlungsborner auswirkte.

Doch bevor das Projekt verwirklicht werden kann, muss die Standfestigkeit des Turmes gesichert werden. Auf Grund seiner Anfälligkeit auf statische Schwingungen, war der BT 11 – so die offizielle Bezeichnung – auch als „Wackelmann“ bekannt. Damit er in Zukunft seinem Kosenamen nicht alle Ehren macht, muss das Fundament verbreitert werden. Vier so genannte Zugglieder die von der Kanzel herab im Fundament verankert werden, sollen dem Turm zusätzliche Standsicherheit geben. Die Finanzierung des Projektes wird unter Anderem bei den nächsten Versammlungen der Stadtvertretung ein Thema sein. Im Vergleich zur Nachwendezeit, habe sich die Stimmung um den Turm geändert. „Damals sollte alles weg, was an diese Vergangenheit erinnerte. Heute stoßen wir für unser Vorhaben auf großes Wohlwollen“, erzählt Wiek und meint: „Wir haben gute Aussichten auf Erfolg.
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