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Naturschutzgebiete in Mecklenburg - Vorpommern |
| Eine weitgehend naturnahe Region mit einem reichen Bestand an grünen Landschaften sowie Fauna und Flora bedarf eines besonderen Schutzes. Um diesen Artenreichtum zu erhalten, wurden schon recht früh umfangreiche Naturschutzgebiete ausgewiesen, welche etwa 20 Prozent der Landesfläche ausmachen. Die drei größten zusammenhängenden Zonen sind in den Nationalparks zu finden. Darüber hinaus wurden Naturparke, Landschaftsschutzgebiete und Biosphärenreservate gekennzeichnet. |
Die Vorpommersche Boddenlandschaft | Der größte Nationalpark reicht vom Fischland, Darß und Zingst bis hin zur Insel Rügen und nimmt in seinen Dimensionen weite Teile von Boddengewässern und Ostsee ein. Die Gesamtfläche zu Land und zu Wasser von über 800 qkm ergibt eines der wenigen Großgebiete in Mitteleuropa, die ihre Natürlichkeit bis in die heutige Zeit bewahren konnten. In ihm finden wir eine besondere Landschaftsform, die sich aus dem stetigen Wechselspiel von Küste und Meer ergibt: Strände und Dünen, Kliffs und Moore, Wattgebiete und ein vielgestaltiges Flachwasserökosystem. Hier ist der jahreszeitliche Wechsel besonders deutlich spürbar, ebenso wie die Küste im permanenten Wandel aus Wachstum und Landverlust lebt. Die Boddenlandschaft wurde zum Lebens- und Schutzraum für vielfältige Arten: Rotwild, Robben, zahlreiche Zugvögel, und auch selten gewordenen Vertreter der Schweinswale etwa oder Seeadler. Jährlich verweilen rund 60.000 Kraniche auf dem größten Rastplatz Mitteleuropas. Diesen enorm wichtigen Raum zugleich sich frei entfalten zu lassen und einem behutsamen Tourismus zugänglich zu machen, das ist eine der lohnenden Herausforderungen. | Nationalpark Jasmund | Deutschlands kleinster Nationalpark findet sich auf der Halbinsel Jasmund, welche mit zur Insel Rügen gehört. Auf den etwa 300 qkm ist der ursprüngliche Buchenwald prägend, der Stubnitz genannt wird und nördlich der Hafenstadt Sassnitz über zahlreichen Kreidefelsen und Buchten eine beeindruckende Küstenformation bildet. Besonders exponierte Kreidefelsen wie der 118 Meter hohe "Königsstuhl" oder die "Kleine Stubbenkammer" sind auch Motiv geworden für Stiche und Gemälde. So ist etwa Caspar David Friedrichs Bild "Kreidefelsen auf Rügen" von 1818 ein weltberühmtes Werk der Romantik. Die "Wissower Klinken" haben ebenfalls einige Bekanntheit erlangt, sind allerdings nach einem großen Abbruch im Winter 2005 weitgehend zerstört. Durch die besonderen geologischen Umstände wurde der Nationalpark Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten. Aus eiszeitlichen Toteislöchern entstanden wassergefüllte Senken, Mulden und schließlich Kesselmoore, in deren weitläufiger Umgebung Schwarzerlen, Wildbirnen und Orchideenarten ebenso wie Eisvogel, Wanderfalken und Seeadler zu beobachten sind. Besucher können sich beim zentralen Anlaufpunkt am Königsstuhl in einer multimedialen Präsentation informieren.
| Der Müritz - Nationalpark | Der Müritz - Nationalpark liegt inmitten der mecklenburgischen Seenplatte zwischen Waren, Neustrelitz und Feldberg und bedeckt eine Fläche von etwa 320 qkm. Weite Moore an der Müritz, Havel und Peene, naturnahe Buchen- und Kiefernwälder und über 100 Seen von mindestens einem Hektar Größe bestimmen das Gesicht dieser Gegend. Verschiedene Seearten und Moorformen haben hier ihren Platz. Im Teil des Nationalparks nahe Serrahn finden sich Wälder, die seit mehr als 40 Jahren nicht mehr bewirtschaftet worden sind und nach mitteleuropäischen Maßstäben als "Urwälder" gelten können. Darüber hinaus ist das gesamte Areal ausgesprochen dünn besiedelt. Wen mag es wundern, dass sich auf diesem Territorium zahlreiche Vertreter von See- und Fischadlern, Ottern und Bibern, Orchideen- und Enzianarten besonders wohl und ungestört fühlen. Begeben Sie sich über die Wasserwanderstrecken und naturkundlichen Führungen auf Spurensuche.
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